Erfolgreiche AntragstellerInnen: 17 Hippies

Pünktlich zum Release des Albums „Kirschenzeit“ in Frankreich planten die 17 Hippies für den Herbst 2019 eine Tournee. Für die insgesamt acht Auftritte u. a. in Paris, St. Astier, Nîmes, im luxemburgischen Düdelingen und in Konstanz beantragte die Musikerin Kiki Sauer mit meiner Unterstützung 15.000 €. Wie die Förderung der Initiative Musik zum Erfolg der Tour beigetragen hat und warum Kiki Sauer jetzt ganz anders auf ihre Projekte und das Thema Förderung blickt, erzählt sie im Interview.

17 Hippies auf Frankreich-Tour: Die Förderung der Initiative Musik hat gewirktFür eure Frankreich-Tour im Herbst 2019, habt ihr nach einer Förderung gesucht. Wie ist die Zusammenarbeit mit Rosita zustande gekommen? 

Die 17 Hippies sind lange ohne Förderung ausgekommen. Eher waren es Veranstalter, die uns mithilfe von Fördermitteln auf Festivals eingeladen haben. Wenn wir etwas machen wollten, dann haben wir kalkuliert und alles daran gesetzt, dass sich das irgendwie rentiert.

Hier war es aber etwas anderes. Wir wollten mal wieder in Frankreich spielen, wo wir früher viel unterwegs gewesen sind, teilweise sogar mehr als in Deutschland. In den letzten fünfzehn Jahren ist Touren jedoch immer teurer geworden und wir standen vor der Frage, wie wir etwas am Leben erhalten können, dass sich finanziell leider nicht mehr rentiert. 

Da bin ich über einen Workshop von Rosita gestolpert und habe teilgenommen. Der Workshop war ein super Einstieg. Rosita hat uns einen guten Überblick gegeben und einige Fördermöglichkeiten vorgestellt. Danach habe ich sie kontaktiert. 

Warum hast du dir professionelle Unterstützung gewünscht? Was waren die größten Herausforderungen für dich?

Zum einen wollte ich wissen, welche Förderer es neben dem Goethe-Institut und der Initiative Musik, die Rosita im Workshop erwähnt hatte, noch gibt. Zum anderen habe ich mich beim Anschieben der Tour immer gefragt: Was könnte für Förderer interessant sein? In dem Workshop war mir klar geworden: Man muss ganz anders denken und ein Projekt aus Sicht der Förderer betrachten. Bei der Initiative Musik war eine wesentliche Frage, wie uns die Tour wirtschaftlich voranbringen wird. 

Das passende Förderprogramm finden: Die Künstler:innenförderung der Initiative Musik

Wie sind Rosita und du vorgegangen? 

Wir haben uns mehrere Programme und die Förderkriterien sehr genau angeschaut. Bald war klar, dass eine Kurztourförderung nicht infrage kommt und es sich lohnen würde, über das Programm Künstler:innenförderung der Initiative Musik Fördergelder zu beantragen. Das Antragsprozedere war jedoch viel umfangreicher. Dabei hat Rosita mich dann unterstützt. 

Als ich alles beisammen hatte, habe ich Rosita die Unterlagen zum finalen Check am Abgabetag geschickt. So kannst du das nicht machen, sagte sie. Nach dem Schock sind wir alles noch einmal durchgegangen und haben an mehreren Schräubchen gedreht. Ihre Hinweise waren Gold wert. Durch kleine Umformulierungen und Ergänzungen erschienen die Absätze in einem ganz anderen Licht. Die Förderung haben wir bekommen. Ich bin Rosita sehr dankbar, dass sie an die Förderwürdigkeit unserer Tour geglaubt hat und mit mir dran geblieben ist, dass auch so darzustellen.

Inwiefern war Rositas Unterstützung besonders hilfreich?

Rosita ist wirklich sehr fachkundig. Sie weiß, wie man an Förderung herangeht und sie arbeitet nicht nach Schema F, sondern wirklich individuell. Es war eine nette, vertrauensvolle Zusammenarbeit. Auch danach habe ich noch weitere Seminare von ihr besucht. Und ich lerne immer wieder etwas dazu. Es gibt so viel, was man nicht weiß, Programme, die man nicht kennt. Auf eine Digitalisierungsförderung, die ich später beantragt habe und die wir für die 17 Hippies auch erhalten haben, bin ich über ihr Webinar bei der GEMA aufmerksam geworden.

Was hast du aus dem Förderprozess mitgenommen? 

Ein Projekt von Anfang an zu durchdenken und aus der Perspektive der Förderer darauf zu blicken, fand ich extrem bereichernd. Die Beschäftigung mit dem Thema Förderung hat mir eine ganz neue Dimension des Schaffens eröffnet. Ich denke, dass wir auch nach der Pandemie nicht mehr so viel touren werden wie davor. Schon jetzt sind wir dabei, andere Nischen zu besetzen. Als Nächstes kann ich mir gut vorstellen, bald ein größeres Projekt zu entwickeln und dafür Förderung zu beantragen.

Erfolgreich auf Tour: So hat die Förderung der Initiative Musik die 17 Hippies unterstützt

Was waren die größten AHA-Erlebnisse für dich?

Man darf nicht vage bleiben. Man muss überzeugt sein, dass das Vorhaben funktioniert und das konkret formulieren. Überhaupt muss man im Antrag so konkret wie möglich werden. Es reicht nicht zu schreiben, dass sich vor Ort ein Promoter um die PR kümmert. Besser ist, man liefert eine Liste mit Medien, zu denen Kontakt aufgenommen wird.

Rosita sagt auch immer wieder, man soll den Förderer anrufen. Damit hat sie recht. Das macht vieles leichter und man lernt sich dabei kennen.

Mein Verständnis davon, was es bedeutet, gefördert zu werden, hat sich komplett verändert. Gefördert zu werden ist kein Armutszeugnis, im Gegenteil: Man ist etwas wert, weil man gefördert wird. Dank der Förderung hatten wir bei Veranstaltern und Labels plötzlich ein anderes Standing.

Hat sich der Aufwand gelohnt? Und wie war eure Tour?

Absolut. Wir konnten uns unserer Kunst widmen, auftreten und das Publikum erfreuen. Wir mussten nicht an der Kasse stehen und hoffen, dass alles passt. Die Förderung hat dafür gesorgt, dass sich nicht alles auf den Ticketverkauf reduziert hat.

Es war eine gute Tour und ich dachte immer wieder, so habe ich es im Antrag formuliert: Wir haben an unser altes Publikum anknüpfen und ein neues gewonnen, waren in der Presse und im Radio, haben unser Netzwerk reaktiviert und erweitert, neue Auftritte akquiriert. Die Tour war gut für die Band, gut für unser Schaffen. Wir konnten sehen, wie sich die Szene verändert hat. Insgesamt hat die Förderung eine Grundlage geschaffen, mit der die Dinge leichter wurden.

Das Interview führte Elisabeth Wirth.
Mehr zu Rosita Kuerbis: Über mich.


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