Jahresauftakt 2021 – Fördermöglichkeiten bleiben überlebenswichtig

Interview mit Rosita Kürbis: „Das Spektrum der Fördermöglichkeiten ist enorm.“

Rosita blickt auf ein turbulentes Jahr zurück. In kürzester Zeit wurden 2020 eine Vielzahl an Förderprogrammen aufgesetzt. Sie bleiben auch im neuen Jahr überlebenswichtig. Wer bei ihr welche Unterstützung findet und warum man sich auch über die Corona-Hilfen hinaus mit Fördermöglichkeiten beschäftigen sollte, erzählt sie im Interview.

Rosita, in kaum einem Jahr zuvor waren so viele Menschen mit dem Thema Förderung konfrontiert wie 2020. Wie hast du das Jahr als Fördermittelberaterin erlebt?

Rosita Kürbis: Das Jahr auf der Corona-Insel war turbulent und ruhig zugleich. Turbulent, weil es immer wieder neue Nachrichten gibt und binnen kürzester Zeit so viele Förderprogramme wie noch nie aufgelegt wurden. Ruhig, weil natürlich auch meine Bewegung eingeschränkt ist. Alles passiert von meinem Schreibtisch aus, ich reise nicht, gebe Workshops online.

Besorgt und zuversichtlich sind zwei weitere Begriffe, mit denen ich das letzte Jahr beschreiben würde. Wie alle anderen wurde auch ich von den Ereignissen überrascht. Die Auswirkungen auf die Kultur waren und sind enorm. Mit meinen Corona-Spezial-Newslettern im März und weiteren Blogbeiträgen, habe ich den betroffenen Kulturschaffenden, Soloselbstständigen und Unternehmen einen Überblick über die Hilfsprogramme gegeben und Mut gemacht. Zuversichtlich hat mich gestimmt, wie schnell Entscheidungen getroffen, Gelder freigesetzt und Förderprogramme aufgesetzt wurden. In dieser Hinsicht war es ein aufregendes Jahr, nicht nur im positiven Sinn. Teilweise wurden und werden Förderprogramme extrem kurzfristig und mit einer Laufzeit von gerade einmal zwei Wochen aufgesetzt, woanders trifft man plötzlich auf veränderte Richtlinien. Für mich bedeutet das sehr viel Recherchearbeit, um immer auf dem Laufenden zu sein.

Du hast erzählt, dass du im Laufe des letzten Jahres auch eine Reihe Anfragen bekommen hast, die du an andere Stellen weitervermitteln musstest. Was umfasst dein Angebot und was nicht? Wer ist bei dir goldrichtig?

Rosita Kürbis: Ich berate deutschlandweit zu Förderprogrammen der Länder, des Bundes und der EU sowie von Stiftungen oder Verbänden.

KMU und Entrepreneuren helfe ich, die passende Förderung für ihr Vorhaben zu identifizieren und einen Antrag zu stellen, der bewilligt wird. Außerdem begleite ich Unternehmen durch den Bewilligungszeitraum. Denn ist der Antrag bewilligt, dann geht die Arbeit erst richtig los. Der administrative Aufwand ist nicht zu unterschätzen.

Ich bekomme auch viele Anfragen von KünstlerInnen und Soloselbstständigen. Dabei handelt es sich aber häufig um einzelne Fragen zu Programmen, die die Förderer selbst am besten beantworten. In diesem Punkt kann ich nur empfehlen, die Infotage, Webinare und Hotlines der Förderer zu nutzen. Es gibt auch eine Reihe von kostenlosen Beratungsstellen. In Berlin sind das der Kulturförderpunkt und die Kreativwirtschaftsberatung Berlin, in Hamburg berät die Kreativgesellschaft. Auch für rechtliche und steuerliche Fragen bin ich nicht die richtige Ansprechpartnerin.

Kulturschaffende finden in meinem Blog Tipps rund um das Thema Förderung. Fragen, die immer wieder gestellt werden, beantworte ich in der Rubrik „Drei Dinge…“. Zudem richten sich meinen Workshops explizit an KünstlerInnen und Kreative. Hier geht es um die Grundlagen der Fördermittelberatung, die antragsfähige Konzeptentwicklung oder wie in den Onlineseminaren der GEMA um Corona-Hilfen und andere Förderprogramme.

Für welche Bereiche bietest du Förderberatung an?

Rosita Kürbis: Ich selbst komme aus der Musikwirtschaft und habe daher einen Schwerpunkt im Bereich Kreativwirtschaft. Ich berate aber auch Unternehmen, die digitale Lösungen entwickeln sowie Akteure aus dem sozialen Bereich.

Ist es sinnvoll, sich auch über spezifische Corona-Hilfen hinaus mit Fördermöglichkeiten zu beschäftigen?

Rosita Kürbis: Ja, ein ganz klares ja. Wenn man eine Investition plant, dann lohnt es sich zu gucken, wo es Förderung in Form von Krediten oder Zuschüssen für das Vorhaben geben kann. Förderung ist ein sehr weites Feld. Nehmen wir die Wirtschaftsförderung, hier gibt es Programme, die die Unternehmensgründung, das Wachstum, die Markterschließung, also Internationalisierung, die Entwicklung von neuen Geschäftsmodellen oder Produkten, Digitalisierungsvorhaben, neues Personal, die Kooperation mit Hochschulen, Unternehmensberatung oder die Unternehmensnachfolge fördern. Auch in den Bereichen Kultur und Soziales gibt es viele Förderprogramme. Das Spektrum der Fördermöglichkeiten ist enorm. Der Aufklärungsbedarf ist noch groß. Ich sehe aber, dass die Pandemie den Blick für diese Möglichkeiten öffnet. Gerade Unternehmen aus der Kreativwirtschaft waren in der Vergangenheit zurückhaltend, wollten aus eigener Kraft die Mittel für ihre Investitionen verdienen. Andere Branche nehmen Förderungen bisher viel selbstverständlicher in Anspruch.

Wie geht man am besten an das Thema Förderung heran?

Rosita Kürbis: Die Möglichkeiten und das Spektrum zu kennen, ist grundlegend. Darüberhinaus sollte aber immer eine Projektidee Ausgangspunkt für die Suche nach Förderung sein. Man entdeckt eine Lücke, möchte eine Lösung entwickeln und schaut dann, wie man was finanzieren kann. Man muss wissen, was man vorhat und warum das Vorhaben wichtig ist. Schließlich gilt es, den Förderer vom eigenen Vorhaben zu überzeugen. Der Förderer ist dein erster Kunde.

Wie blickst du in das neue Jahr? Woran arbeitest du zurzeit? Wohin geht es für Rosita Kürbis?

Rosita Kürbis: Ich blicke hoffnungsvoll ins neue Jahr. Auch wenn Corona nicht ganz so schnell zur Vergangenheit gehören wird, wie ich mir das wünsche. Ich glaube aber, dass wir am Ende des Jahres eine andere Situation haben werden, einen normaleren Alltag, in dem wir wieder gemeinsam tanzen und lachen können.

Im Februar gebe ich wieder eine Reihe an Onlineseminaren bei der GEMA oder Popkultur e. V.. Und um der großen Nachfrage beizukommen und die Zusammenarbeit zu erleichtern, entwickle ich gerade mit der Open One GmbH ein digitales Informations- und Serviceportal rund um die Administration von Anträgen und bewilligten Fördergeldern. Ich freue mich schon sehr, meinen Kunden und mir eine einheitliche und transparente Struktur für die Dokumentenablage und Vorlagen für die Mittelabrufe oder Sachberichte bieten zu können.

 

Das Interview führte Elisabeth Wirth.
Anregungen und Tipps für Antragsteller findest Du in meinem Blog.
Neue Online-Seminare in 2021 zum Thema Corona-Hilfen und andere Förderprogramme findest Du unter Termine.


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